Pressespiegel 2009

Märkische Oderzeitung (MOZ), Donnerstag, 15. Oktober 2009

Märkische Oderzeitung (MOZ), Donnerstag, 15. Oktober 2009

„Das Oderbruch sind alle, die es gestalten“

Kenneth Anders und Lars Fischer eröffnen Ausstellung im SPD-Bürgerbüro in Bad Freienwalde Bad Freienwalde

 

Bad Freienwalde (sg) Kenneth Anders und Lars Fischer vom Büro für Landschaftskommunikation in Schiffmühle haben auf Einladung der Landtagsabgeordneten Jutta Lieske im SPD-Bürgerbüro in Bad Freienwalde eine Wanderausstellung eröffnet, die sich mit den Besonderheiten des Oderbruchs beschäftigt. Bei der Eröffnung waren unter anderem Bad Freienwaldes Bürgermeister Ralf Lehmann und Karsten Birkholz, Amtsdirektor von Barnim-Oderbruch, zugegen. In dem Büro in der Königstraße drängten sich mehr als 30 Besucher.

Kenneth Anders beschrieb in seiner Einführung das Oderbruch als ein „sehr prägnantes Gebiet", als einen „scharf umgrenzten Raum", der über besondere Eigenarten verfügt. Weil es weder eine Planungsregion Oderbruch, noch einen Landkreis Oderbruch oder einen Nationalpark Oderbruch gebe, sei Regionalentwicklung sehr schwer umzusetzen. „Das Oderbruch sind alle, die es gestalten", nannte Anders als Motto, das sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung zieht, die im SPD-Bürgerbüro aus vier Tafeln besteht. Die Landschaft sei geprägt von der Geschichte und der Kultur, die aber nur im Bewusstsein der Menschen existiere, die dort leben.

„Wir sind an den viele Perspektiven auf diesen Raum interessiert", so Kenneth Anders. Das Büro für Landschaftskommunikation habe über fünf Jahre mehrere Projekte zum Oderbrach gemacht, die sich in den Tafeln widerspiegeln. Die Ausstellung sei als Gesprächsangebot gedacht, die auch immer wieder verändert werden könne. Bei den Tafeln handelt es sich um Collagen, für die historische Fotos aus der Heimatstube Letschin verwendet wurden.

Die Kollagen beschäftigen sich beispielsweise mit der ständigen Furcht vor dem nächsten Hochwasser, der aktuellen Schöpfwerkdiskussion sowie dem Wasserstand auf den Feldern. Zudem geht es ums Thema Mobilität. Früher gab es fünf Eisenbahnlinien im Oderbruch, heute ist es nur noch eine, nämlich die von Eberswalde nach Frankfurt (Oder). Dennoch sei die Mobilität groß, lautete Anders' Fazit. Darüber hinaus geht es um die wirtschaftliche Entwicklung, die von sehr großen und sehr kleinen Unternehmen geprägt ist.

Ausstellung „Das Oderbruch sind alle, die es gestalten", im SPD-Bürgerbüro, Königstraße 31, Bad Freienwalde

Großes Interesse: Die SPD-Landtagsabgeordnete Jutta Lieske eröffnete in ihrem Bad Freienwalder Büro eine Ausstellung über das Oderbruch. Foto: MOZ/Steffen Göttmann

<<< Der Oderbruchpavillon als Pinnwand – eine erste Ausstellung

 


 

Märkische Oderzeitung (MOZ), Samstag, 19. September 2009 (07:43)

Märkische Oderzeitung (MOZ), Samstag, 19. September 2009

Ode an die Selbstversorger

 

 

Zollbrücke (off) Mit tosendem Applaus honorierten die Zuschauer die Darbietung der 26 Studenten der Fachhochschulen Eberswalde und Osnabrück im "Theater am Rand". Unter der Leitung von Kenneth Anders und Lars Fischer vom Büro für Landschaftskommunikation in Bad Freienwalde ist es den Mitwirkenden gelungen, ein Stück der Lebenswirklichkeit der Oderbrücher auf die Bühne zu bringen.

"Die Welt der Subsistenz" hieß die rund zweistündige Aufführung, während der Studenten der Landschaftsentwicklung und des Ökobaus eine einwöchige Befragung von Menschen aus dem Oderbruch spielerisch in Szene setzten. Im Vorfeld hatten die jungen Leute insgesamt sechs Dörfer aufgesucht und deren Bewohner interviewt. Das Thema war deren Selbstversorgung mit landwirtschaftlichen Produkten. "Im Zuge wirtschaftlicher Not, gibt der Eigenanbau eine gewisse Sicherheit", erklärte Kenneth Anders am Rand der Aufführung. "Die Landwirtschaft ist die soziale Lebensader des Oderbruchs." Deshalb besuchten die Studenten aus Osnabrück und Eberswalde die Orte Altwriezen, Güstebieser Loose, Neulietzegöricke, Letschin und Croustillier. "Sie befragten die Einwohner nach ihrem privaten Anbau", so Anders.

Die Kernsätze der Interviews stellten die jungen Leute in Spielszenen dar, begleitet von 75 projizierten Dias aus den Dörfern. Sehr zu seinem Vergnügen wurde dem Publikum so der Spiegel vorgehalten, als Kenneth Anders in einem Sprechgesang seine "Ode an die Selbstversorger" zum Besten gab und Sätze wie "Konfitüre gibt es nur im Westen, Marmelade im Osten" oder "Kein Land, keine Kuh" fielen. "Damit die Menschen sich wiederfinden, wollten wir ihnen keine wissenschaftliche Abhandlung zumuten", so Anders. "Stattdessen zeigen wir mit den Kernsätzen die Vielfältigkeit des privaten Anbaus und auch, dass er für die Region wertvoll ist."

<<< Die weite Welt der Selbstversorgung - Eine Sommerschule im Rahmen des Oderbruchpavillons.