>h1>Pressespiegel 2008

Märkische Oderzeitung (MOZ), Donnerstag, 13. November 2008

An Litfass-Säulen ist es schon 2046

Wanderausstellung "Oderbruchfiktionen"
gastiert bis Dezember an der FH

Von Ellen Werner

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<<< Oderbruchfiktionen: Vier Szenarien für das Oderbruch

 

 

 


 

Märkische Oderzeitung (MOZ), Samstag, 13. September 2008 (08:19)

Märkische Oderzeitung (MOZ), Samstag, 13. September 2008 (08:19)

Uraufführung: Kenneth Anders und Lars Fischer (nicht im Bild) mit ihrer Oderbruch-Collage im Theater am Rand.
Foto: MOZ/Steffen Göttmann

Theaterstück soll Diskussion anregen

Kenneth Anders und Lars Fischer inszenieren Oderbruch-Collage / Premiere in Zollbrücke gefeiert

Von Steffen Göttmann

Zollbrücke (MOZ) Mit einer unterhaltsamen Collage haben Kenneth Anders und Lars Fischer vom Büro für Landschaftskommunikation Schiffmühle die Diskussion über die Oderbruch-Fiktionen fortgesetzt. Die Inszenierung feierte am Donnerstagabend im Theater am Rand Premiere.

Die Geschichte spielt im Jahr 2022. Die Trockenlegung des Oderbruchs jährt sich zum 275. Mal. Weil große Feiern anstehen, müssen Festansprachen gehalten werden. In der Berlin-Brandenburgischen Staatskanzlei - beide Länder haben inzwischen fusioniert - muss Karl-Friedrich Koenig, ein erfahrener Referent, der aus dem Oderbruch stammt, die Rede schreiben. Darin soll er den Oderbrüchern schonend beibringen, dass sie ihre Landschaft selbst in die Hände nehmen müssen.

Auf unterhaltsame und treffende Weise sprechen Anders und Fischer in einem Zwei-Mann-Theater-Stück ohne gespielte Handlung alle Probleme an, die die Menschen im Oderbruch bewegen. Angesprochen werden die Vernässung der Felder, die Verkrautung der Alten Oder, auf der früher sogar Schiffe verkehrten, und der Biber - "der Wolf des Oderbruchs". Auch der wirtschaftliche Niedergang findet Erwähnung, ohne dass der Sprecher in Wehklagen verfällt. So habe es einmal 17 Zuckerfabriken gegeben, heute gibt es keine Zuckerfabrik mehr, nur noch einen Ort, der so heißt.

Auch mit den Zugezogenen kommen nicht alle klar: "Künstler und Wessis, die sich ihre Biokost aus Berlin schicken lassen". Sie wissen eben meist nicht, dass das Oderbruch als der Gemüsegarten Berlins galt. Während der Inszenierung werden aktuelle und historische Fotos gezeigt. Sie sind in schwarz-weiß gehalten, einzelne Objekte wurden jedoch koloriert und dadurch unwirklich hervorgehoben.

Die Collage ordnet sich in die Reihe "Kulturland Brandenburg 2008 - Provinz und Metropole, Metropole und Provinz" ein. "Wir wollen die Leute anregen, Fragen zu stellen", sagt Kenneth Anders. Bei allen Auseinandersetzungen mit dem Oderbruch zeige sich stets die besondere Beziehung zur Metropole Berlin. Nach den zum Teil heftigen Kontroversen um die Oderbruchfiktionen wollten Anders und Fischer die Diskussion fortsetzen, bedienten sich dabei aber eines anderes Genres. "Wir haben erstmals eine künstlerische Form gewählt, die für uns als Büro für Landschaftskommunikation auch Neuland war", sagte Kenneth Anders.

Das Theater am Rand war bis auf den letzten Platz besetzt. Allerdings hatten nur wenige alteingesessene Einheimische den Weg dorthin gefunden.

Weitere Aufführungen:
Sonntag, 21. September, 16 Uhr, Dorfkirche Neutornow in Schiffmühle,
Freitag, 10. Oktober, 20 Uhr, Gasthaus Wilhelmsaue, Dorfstraße 9, Letschin,
Sonnabend, 29. November, 19 Uhr, Hotel Haus Chorin, Neue Klosterallee 10 in Chorin.

 

<<< Die schwere Kolonie: BühnenCollage

 


 

Märkische Oderzeitung (MOZ), Montag, 23. Juni 2008

Märkische Oderzeitung (MOZ), Montag, 23. Juni 2008

Neue Ideen fürs Oderbruch: Sie sollten im Bürgerhaus Neureetz in der Zukunftswerkstatt von Heike-Doreen Ehling (vorn), Bürgermeisterin von Oderaue, gefunden werden. Foto: GMD/Hannelore Siebenhaar

Visionen fürs Oderbruch sind nicht einfach

Zukunftswerkstatt der Gemeinde Oderaue noch ohne Ergebnis / Wunsch nach positiven Szenarien

Von Cornelia Hendrich

Neureetz (GMD) Die vier „Zukunftsszenarien für das Oderbruch", die ein Verein in vierjähriger Arbeit mit Unterstützung des Umwelt-Ministeriums entwickelt hat, stießen bei einigen auf Ablehnung. Besonders Vertreter der Gemeinde Oderaue konnten in keinem der Szenarien ihre Zukunftswünsche wiederfinden und kritisierten das Projekt heftig. Sie veranstalteten am Freitag selbst eine „Zukunftswerkstatt", in der positive Visionen und Ziele für das Oderbruch gefunden werden sollten.

13 Leute kamen nach Neureetz zu dem Workshop, der von der Bürgermeisterin von Oderaue, Heike-Doreen Ehling, veranstaltet wurde, und debattierten ihre Zukunftswünsche. Unter ihnen auch Kenneth Anders vom Verein Forum Oderbruch, der die so kritisierten Szenarien mitentwickelt hatte. „Ich finde, das ist keine Gegenveranstaltung", sagte er. Der Sinn der Fiktionen sei schließlich gewesen, zur Diskussion anzuregen. Und dies sei geschehen. „Ich freue mich sehr darüber und die Ergebnisse werden wir natürlich auch wieder auf die Internetseite des Oderbruchpavillon stellen."

Die Bürgermeisterin sagte, man sei von dem Projekt überrascht worden. „Wir wussten nicht, ist es Kunst, Phantasie? Wir als Normalbürger wussten auch nicht, wie man damit umgeht." Erst später habe man erfahren, dass Szenarien eine wissenschaftliche Methode der Forschung seien. Die Visionen empfand sie aber als zu negativ. Deshalb wollte sie in der Werkstatt vor allem nach positiven Visionen suchen.

Doch die Liste der Wünsche der Anwesenden war lang, unter ihnen auch Bodo Schulz vom Bauernverband. Er möchte eine funktionierende Deichregulierung, Hochwasserschutz und einen Ausbau der Tierhaltung und des Gemüseanbaus, sagte er. Bodo Schröder meinte, das Wichtigste seien Arbeitsplätze, man brauche in der Region Industrie und Handwerk, natürlich auch Schulen und medizinische Versorgung. Zudem müsste die Bürokratie abgebaut werden, gerade bei Baugenehmigungen. Bodo Schulz meinte, man könne auch einmal über eine steuerliche Vergünstigung für die Oderbrüchler nachdenken, denn im Bruch seien die Wege weiter und vieles komplizierter. Andere Teilnehmer forderten gepflegte Dörfer und eine gute Infrastruktur - Dinge für die sich sicher jeder einsetzen würde.

All diese Aspekte hatte der Verein Forum Oderbruch bei der Entwicklung seiner Szenarien auch erfragt. Doch von allen unterstützte Allgemeinplätze, das wurde erkannt, regen eben wenig zu Diskussion an. Eine gewisse Überzeichnung und Übertreibung macht es einfacher, sich eine Meinung zu bilden. Das war auch bei dem Workshop zu spüren.

Zum anderen wurde ein Nebeneinander von Landwirtschaft und Tourismus gefordert. Doch so einfach lassen sich verschiedene Ansprüche nicht in eine Vision pressen. Touristen kommen aufgrund der schönen Landschaft. Industrie, die Arbeitsplätze schafft, könnte sie zerstören. Nach drei Stunden wurde der Workshop noch ohne konkretes Ergebnis beendet. Es soll aber einen weiteren Termin geben, sagte die Bürgermeisterin.

 


 

taz.de, Mittwoch, 18. Juni 2008

Neue Wildnis im Oderbruch

 

Von Uwe Rada

<<< taz.de
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blogs.taz.de, Mittwoch, 21. Mai 2008

Interessante Details

 

Von Imma Harms

<<< Vom Besuch der Oderbruchgöttin

 


 

Märkische Oderzeitung (MOZ), Montag, 19. Mai 2008 (10:24)

Märkische Oderzeitung (MOZ), Montag, 19. Mai 2008 (10:24)

Debatte über Zukunftsfiktionen

 

Von Cornelia Hendrich

Altranft (GMD) Einen Anstoß zur Diskussion sollten die vier Zukunftsszenarien des Vereins Forum Oderbruch sein. Das ist den Machern gelungen. Lautstark wurde im Schloss Altranft bei einer Zwischenbilanz des Projektes am Freitagabend debattiert. Es gab viel Zustimmung, nur Vertreter der Gemeinde Oderaue fühlten sich nicht genug einbezogen.

Viel Zustimmung und Beifall von den Besuchern sei von den Besuchern bisher gekommen, sagte Jens-Uwe Niehoff vom Forum Oderbruch im Schloss Altranft vor rund 50 Besuchern. Vor vier Jahren hat der Verein mit dem Projekt begonnen, Leute befragt und daraus Zukunftsszenarien entwickelt. "Wer durchs Oderbruch fährt und wer mit den Leuten spricht, erlebt viele Unsicherheiten", so Niehoff. Sei es die Entwässerung, sei es das Tourismuskonzept, die Investitionsvorhaben, wo man nicht wisse, wie sie von den Gemeinden refinanziert werden können.

"Im Kern geht es um die Fragen, wie das Oderbruch zukünftig genutzt wird", so Niehoff. Wird die Landwirtschaft intensiv oder extensiv betrieben, wird es weiter zu einer Kulturlandschaft ausgebaut? Was ist für die Entwässerung zu tun, wird sie finanzierbar sein? Wir kann das Bruch als wirtschaftlicher Verflechtungsraum genutzt werden, in der die Oder verbindet und keine Grenze darstellt?

Mit viel Humor und Phantasie haben die Macher aus ihren Befragungen vier Szenarien entwickelt und anhand von Zeitungsartikeln auf vier Litfaßsäulen ausgestellt (siehe Kasten).

"Diese Szenarien sind alle überzeichnet", gibt Kenneth Anders zu bedenken. "Weil es oft einfacher ist zu sagen, was man nicht will, als was man will." Das Katastrophen-Szenario sei keine Panikmache, sondern sollte auch sagen: Verlasst euch nicht auf die Schirmherrschaft des Staates. Die Preußen hatten ein Interesse an der Ackerfläche, aber ein heutiger Staat interessiert sich nicht so sehr für Landwirtschaftsflächen, er überlässt dies lieber dem Markt. Vielleicht zieht er sich doch einmal zurück. Man müsse aber auch überlegen, dass etwa das Drängewasser bei einem Klimawandel auch einmal ein Segen sein könne.

"Wie geben die Antwort auf die Frage: Was wäre wenn?", sagte Niehoff. Es gehe dem Verein um Stärkung der öffentlichen Meinung, nicht um die Schwächung der Verantwortungsträger. Weit überwiegend wurde das auch verstanden, so Niehoff.

Schüler der 11. Klasse des Brecht-Gymnasiums beteiligten sich ebenfalls und stellten ihre Zukunftsszenarien vor. Ihre Ideen sind auch im Schloss Altranft ausgestellt. So malten Macel Borowy und Marc Grabowski das Bild einer positiven Katastrophe: Durch die Klimaerwärmung steigen die Pegel und 2017 bricht der Deich, Teile des Bruchs werden überflutet. Doch die Menschen stellen sich darauf ein. Sie verändern ihre Lebensweise, nutzen Boote, Fähren und Amphibienfahrzeuge, weisen Naturschutz-Zentren aus. Sie können sogar subtropische Früchte anbauen. Touristen aus ganz Deutschland kommen. Der "Oderbruch-Reis" wird ein Verkaufsschlager. "Bei der derzeitigen Klimaerwärmung erscheint uns dies durchaus plausibel", erklären die Schüler.

Luise Labes und Anja Birlem haben für ihr Szenario eine fiktive Tagesschau-Sendung aufgenommen. Der Nachrichtensprecher berichtet im Jahr 2028, dass mit dem Brecht-Gymnasium aufgrund des Geburtenrückgangs jetzt die letzte Schule im Oderbruch schließen musste. Die Schüler müssen weite Wege zur Schule fahren und ziehen infolgedessen weg. Bruch wird entvölkert. Ein Szenario, das mit der derzeitigen Diskussion um den Erhalt der 7. Klasse des Brecht-Gymnasiums realitätsnah ist. Viel Beifall gab es von den Zuhörern für die Ideen.

Besucher der Ausstellung und der Internetseite sind aufgefordert, ihre Kommentare zu den Fiktionen auf den Säulen und im Internet aufzuschreiben.

Als Fazit nannte Kenneth Anders unter anderem für sich, dass er glaube, dass dem Oderbruch ein einheitliches Management, eine einheitlich Steuerung fehle und es als zusammenhängendes Gebiet wahrgenommen wird, etwa wie das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

 

<<< Oderbruchfiktionen: Vier Szenarien für das Oderbruch

 

Märkische Oderzeitung (MOZ), Samstag, 15. März 2008 (08:13)

Märkische Oderzeitung (MOZ), Samstag, 15. März 2008 (08:13)

Siedeln im Oderbruch wird verboten

 

 

Zollbrücke (cohe) Wie sieht das Oderbruch in 40 Jahren aus? Ist es eine kaum besiedelte Urlaubsregion, ein einziges großes Feld zum Anbau von Biomasse oder ist es nach einer großen Flut aufgegeben worden und ein überflutetes Naturschutzgebiet geworden, in dem Wohnen streng verboten ist? Der Verein Forum Oderbruch hat vier Zukunfts-Szenarien entwickelt. Zeitungsartikel zeigen auf Litfaßsäulen unterhaltsam und realistisch die mögliche Zukunft. Am Donnerstag, 13. März, wurde das auch vom Brandenburger Umweltministerium geförderte Projekt im Theater am Rand vorgestellt. Die Litfaßsäulen wandern nun durch die Region und sollen zum Diskutieren anregen. Seine Meinung kann jeder gleich auf den Säulen hinterlassen.

Im Jahr 2048 gibt es große Schlagzeilen in der Zeitung: "Bürgermeister im Oderbruch legen ihre Ämter nieder" und "Die Bundeswehr soll das Niederoderbruch räumen". Eine Katastrophe ist passiert: Die so genannte Vb-Wetterlage brachte heftige Niederschläge, ein Sturmtief über der Ostsee verhinderte das Abfließen des Wassers der Oder, es entsteht ein verheerendes Hochwasser, das 80 Prozent aller Gebäude im Bruch zerstört. Die Versicherungen weigern sich, in der Region Gebäude zu versichern. Da wird vom Land ein Wiederansiedlungsverbot erlassen, die geflüchteten Bürger dürfen nicht zurückkehren. Die Gebiete werden aufgegeben, der Deich nicht wieder neu aufgebaut. Stattdessen wird unterhalb von Wriezen eine neue Deichlinie gezogen, das Niederoderbruch bleibt nass. Die Bürger wehren sich heftig und wollen in ihre Heimat zurück. Die Bundeswehr wird eingesetzt, das Gebiet abzuriegeln und zu räumen. Mit Unterstützung des Naturschutzverbandes wird ein großes Naturschutzgebiet ausgerufen. Doch die wenigen Siedler wehren sich, und rufen die "Freie Republik Oderbruch" aus. Das ist eine der Fiktionen auf den vier Litfaßsäulen, entwickelt vom Büro für Landschaftskommunikation in Schiffmühle. Zeitungsartikel der MOZ und andere Dokumente sollen die Zukunft zeigen. Anhand von kurzen Videos der Überflutungen 1947 und 1982 wird bei der Vorstellung des Projekts gezeigt, dass die Visionen in Erfahrungen der Vergangenheit wurzeln, das Bruch zum Beispiel regelmäßig von Hochwassern heimgesucht wurde. Die Deiche wurden immer höher und angeblich sicherer gebaut, geholfen hat es nichts. Im zweiten Szenario wird wegen starker Nachfrage nach Energieträgern das Oderbruch als "Biomasseregion" ausgewiesen. Die Schlagzeilen dazu lauten: "Über 2000 bei Demonstration gegen Biomasseregion" und "ODEG stellt Betrieb ein".

"Wir wollen eine Diskussion über die Zukunft anregen", sagt Beate Niehoff, Vorsitzende des Forum Oderbruch. Der Verein hatte sich 1997 nach dem Hochwasser gegründet und ist jetzt wiederbelebt worden. "Unsere Ziele haben sich verlagert, von der Deichsanierung zu einer allgemeinen Unterstützung des Oderbruchs", sagt sie. Warum ist eine solche Diskussion gerade hier nötig? "Ich glaube, die Landschaft ruht hier noch sehr in sich und hat noch keine wirkliche Perspektive, dabei ist sie der Mittelpunkt Europas." Anwohner, Bauern, Naturschützer und Künstler sollen miteinander über die Zukunft reden, sagt sie.

Die Gäste des Theaters am Rand sind beeindruckt. Den meisten macht jedoch nicht die Flut-Katastrophe, sondern die Biomasse-Vision Angst: "Hoffen wir, dass das nicht eintrifft", sagt Iris Blankenfeld aus Letschin.

Die Litfaßsäulen sind am 16. März in Groß Neuendorf im Landfrauencafé, zudem im Schloss Altranft, im Landratsamt, in Schulen in Strausberg, Bad Freienwalde (Termine stehen noch nicht fest). Infos unter www.oderbruchpavillon.de.

 

<<< Oderbruchfiktionen: Vier Szenarien für das Oderbruch