Pressespiegel 2014

MOZ. Red. Bad Freienwalde - 01.09.2014 08:26 Uhr

MOZ. Red. Bad Freienwalde - 01.09.2014

"Was es auch sei, ich bin dabei": Jens-Uwe Bogadtke spielt Heiko Butzke, den Ortswehrführer einer Freiwilligen Feuerwehr im Oderbruch.
Foto © Sören Tetzlaff




Großeinsatz auf der Bühne

Von Nadja Voigt

Zollbrücke (MOZ) Ein außergewöhnliches Theaterstück feierte am Freitagabend Premiere im Theater am Rand in Zollbrücke (Märkisch-Oderland). Der Text für "Die Feuerwehr ist da" basiert auf Gesprächen, die mit rund 60 Brandschützern aus elf freiwilligen Feuerwehren im Oderbruch geführt wurden. Und da sie, sehr zur Überraschung von Dramaturg Kenneth Anders, mit einer Stimme zu sprechen scheinen, entwickelte er für Schauspieler Jens-Uwe Bogadtke daraus die Rolle in dem Ein-Personen-Stück.

Erzählt wird die Geschichte von Heiko Butzke, Ortswehrführer einer freiwilligen Feuerwehr im Oderbruch. Bogadtkes Spielpartner sind sechs Uniformen und eine Tragkraftspritze. Ein reduziertes Bühnenbild, das dem agilen Schauspieler, der mit seiner Energie und seinem aktionsreichen Spiel den gesamten Bühnen- und den halben Zuschauerraum mühelos bespielt, genug Platz bietet. Zudem soll das Stück auf Feuerwehr- und Dorffesten im Oderland gastieren und muss daher schnell auf- und wieder abgebaut werden können.

Im Zwiegespräch mit der Feuerlöschpumpe schildert Bogadtke als Butzke seine Wut und Verzweiflung darüber, dass er der Heimat den Rücken kehren soll, um in Stuttgart einen Job anzunehmen. "Da ist dann doch bald niemand mehr dabei, wenn einer nach dem anderen gehen muss", platzt es aus ihm heraus. Bittere Wahrheiten, die auch die realen Brandschützer umtreiben. Viele von ihnen saßen am Freitagabend im Publikum in Zollbrücke, gaben Szenenapplaus, lachten, hatten Gänsehaut oder Tränen in den Augen.

Denn freiwillig ist nur das Mitmachen bei der Feuerwehr, hat auch Bogadtke, der das Projekt von Anfang an begleitete, festgestellt. Der Rest ist Verpflichtung. Brände, Sorge um Mensch und Tier, aber vor allem die eigenen Leute. Und dass man irgendwann jemanden aus dem Autowrack holen muss, den man kennt. Und dennoch: "Ohne die Feuerwehr würde mir wat fehl'n. Irjendwann lebt man damit. Dit is so, wie wenn Mutti zu Hause Mittach kocht, man jeht einfach da hin, weil man da hinjeh'n muss. Dit jehört einfach dazu zum Leben."

Elf Feuerwehren, ein Kulturwissenschaftler, ein Fotograf und fünf Interviewer haben an dem Kulturprojekt des Oderbruchpavillons, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, gearbeitet. Mit "Die Feuerwehr ist da" ist ihnen ein berührendes Porträt der örtlichen Feuerwehren gelungen, die einem immensen Anteil am dörflichen Leben haben. Und das weit weg vom Klischee der "Feierwehr", als die sie häufig abfällig bezeichnet werden.

Trotz des aktuellen politischen Plots gelingt Bogadtke eine erstaunliche Leichtigkeit, mit der er seine Rolle ausfüllt. Glaubwürdig und ohne Stereotypen zu bedienen. Mit Leidenschaft und bis an seine körperlichen Grenzen gehend, reißt er das Publikum mit. Und nimmt es ein für eine Thematik, die alle betrifft, die jedoch nur wenige wahrnehmen. Und die viele unterschätzen. Denn die Feuerwehr bildet ein Fundament dörflichen Lebens.

Das beschreibt auch der Fotoessay von Stefan Schick. Der Fotograf aus dem Oderbruch begleitete das Projekt mit der Kamera. Sein im Aufland Verlag Croustillier erschienenes Buch feierte am Freitag ebenfalls Premiere im Theater am Rand. Und beantwortet - genau wie das Theaterstück - die Frage, was die freiwillige Feuerwehr auf der Bühne zu suchen hat. Und was das alles mit Kultur zu tun hat.

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MOZ. Red. Bad Freienwalde - 31.08.2014 19:35 Uhr

MOZ. Red. Bad Freienwalde - 31.08.2014

"Ick kann hier nich wech, ich jehör hier hin": Jens-Uwe Bogadtke spielt in dem Stück
"Die Feuerwehr ist da" Heiko Butzke, den Ortswehrführer einer Freiwilligen Feuerwehr im Oderbruch. Das Jobcenter will ihn nach Stuttgart vermitteln ...
Foto © Sören Tetzlaff

"Was es auch sei, ich bin dabei"

Von Nadja Voigt

Zollbrücke (MOZ) Mit Szenenapplaus, Jubel und stehenden Ovationen
hat das Publikum im ausverkauften Theater am Rand die Premiere des
Stückes "Die Feuerwehr ist da" gefeiert.
Darunter: Viele Feuerwehrleute aus der Region.

"Ich habe ganze Passagen wiedererkannt", lachte Henri Mandke in der Pause. Der Amtsbrandmeister des Amtes Barnim-Oderbruch und Ortswehrführer von Alttrebbin wusste anfangs nicht, was ihn erwartet, als die Anfrage vom Oderbruchpavillon zu diesem einzigartigen Kulturprojekt kam. "Beim Weihnachtsbaumverbrennen waren sie dann das erste Mal da. Und bei der Jahreshauptversammlung. Später kamen die Einzelinterviews." Daraus hat Kulturwissenschaftler Kenneth Anders mit seinem Team ein Stück geschrieben. "Weil es war, als würden die Wehren mit einer Stimme sprechen", wie der Dramaturg im Vorfeld betonte.

Diese eine Stimme gehört auf der Bühne Schauspieler Jens-Uwe Bogadtke. Und damit der ganze Bühnenraum und der halbe Zuschauerraum, den er mit einer unglaublichen Präsenz bespielte. Egal ob im Zwiegespräch mit der TS, der Tragkraftspritze, die das reduzierte Bühnenbild dominiert. Oder mit den Uniformen, die seine Brandschützerkollegen symbolisieren. Oder der Frau vom Jobcenter, die ihn nach Stuttgart vermitteln will. Doch das kann und will Heiko Butzke, Ortswehrführer einer Freiwilligen Feuerwehr im Oderbruch, nicht zulassen. "Da ist dann bald niemand mehr dabei, wenn einer nach dem anderen gehen muss", sinniert Jens-Uwe Bogadtke in seiner Rolle. Und singt: "Was es auch sei, ich bin dabei." Für ihn fühlt es sich an wie Verrat. Wegzugehen und seine Kameraden im Stich zu lassen.

Seine Wut und Verzweiflung fesseln das Publikum. Ebenso, wie sein Humor die Zuschauer und vor allem die anwesenden Feuerwehrleute zum Lachen bringt. Darunter Brandschützer aus Alttrebbin, Neulewin, Neutrebbin, Schiffmühle. Die Altreetzer sind sogar mit einem Mannschaftswagen vorgefahren, der direkt vor dem Theater parkt. Auch Wriezens Bürgermeister Uwe Siebert (parteilos) und Falkenberg-Höhes Amtsdirektor Holger Horneffer sind für die Premiere des einstündigen Stückes, das für Feuerwehr- und Dorffeste gebucht werden kann, nach Zollbrücke gekommen. "Egal, ob man bei der Feuerwehr ist oder nicht, dieses Stück sollte man gesehen haben", wertete Karsten Birkholz, Amtsdirektor des Amtes Barnim-Oderbruch. "Zum einen ermöglicht es einen authentischen Einblick in die alltäglichen Erlebnisse und Nöte der Feuerwehrkameraden. Zum anderen kann man sich als Mitglied der Feuerwehr bestimmt sehr schnell mit vielen Episoden identifizieren."

Eigentlich sei das Stück ja von den Feuerwehrleuten selbst geschrieben worden, sagte Kenneth Anders im Anschluss an die Premiere. Besonders dankte er Daniel Werner, Ortswehrführer von Schiffmühle, als "Türöffner" in die elf Feuerwehren, aus deren Interviews das Stück und der Fotoessay von Stefan Schick entstanden sind. Das Buch des Fotografen aus Herrnhof feierte am Freitag ebenfalls Premiere.

Nächste Vorstellung: Beim Erntefest am 6. September um 18 Uhr auf dem Gutshof in Möglin.

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MOZ. Red. Bad Freienwalde - 28.08.2014 07:21 Uhr

MOZ. Red. Bad Freienwalde - 28.08.2014

Feuerwehr im Fokus: Mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes erarbeitete die Akademie für Landschaftskommunikation gemeinsam mit elf Feuerwehren im nördlichen Oderbruch ein Theaterstück über die Selbstbehauptung auf dem Land. Gleichzeitig entstand ein Fotoessay.
Foto © Stefan Schick

Zeugen ungebrochener Vitalität

Von Nadja Voigt

Herrnhof (MOZ) Am Freitag findet im Theater am Rand die Premiere von "Die Feuerwehr ist da" statt. Dann werden Stück und Buch der Öffentlichkeit präsentiert. Die MOZ durfte schon vorab einen Blick in den Fotoessay von Stefan Schick werfen.

"Dieses Buch soll den Feuerwehrleuten bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung den Rücken stärken", heißt es im Vorwort des von Stefan Schick und Kenneth Anders im Aufland Verlag Croustillier publizierten Buches. Und weiter: "Die Fotografien von Stefan Schick zeugen von der ungebrochenen Vitalität der hiesigen Feuerwehren und geben einen Eindruck von der Architektur der Feuerwehren und Gerätehäuser." Der über 200 Seiten starke Band trägt den gleichen Titel wie das Stück - "Die Feuerwehr ist da". Beides wird am Freitag im Theater am Rand erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Fotograf und Dramaturg freuen sich auf die Premiere. "Die Zusammenarbeit hat mich gereizt, denn ich finde die Arbeit der Akademie für Landschaftskommunikation sehr interessant und engagiert", blickt Stefan Schick auf die Anfänge des Projektes. Die liegen noch gar nicht so weit zurück: Im Februar dieses Jahres begann die Arbeit an dem einzigartigen Projekt. Dafür wurden Interviews mit über 50 Feuerwehrleuten aus elf Ortswehren im Oderbruch geführt. Bei den Schulungen, Sitzungen, Feiern und Versammlungen immer mit dabei: Stefan Schick mit seiner Kamera.

"Die letzten Bilder entstanden beim Amtsausscheid in Neulewin im Juni", blickt Stefan Schick zurück. Rund 3000 Bilder seien in der Zeit entstanden, berichtet er. "Daraus musste ich dann versuchen, eine Auswahl zu treffen." 160 seiner Bilder finden sich nun im Buch. "Ich habe den Fotoessay in drei Kapitel unterteilt", erklärt Stefan Schick. Zum einen sind "Aktionen" zu sehen - Feuerwehrleute bei der Truppmann-Ausbildung zum Beispiel. Dann folgt das Kapitel "Gesichter", in dem Schick Porträts der Protagonisten veröffentlicht. Gezeigt werden Ortswehrführer und Jugendwarte, Alt und Jung, Männer und Frauen. Das letzte Kapitel nennt er "Spuren": Schilder an Feuerwehrgerätehäusern, Wetterfahnen, Hydranten und ehemalige Feuerwehrgerätehäuser.

"Nur bei Einsätzen war ich nicht dabei", berichtet Stefan Schick über die Arbeit an dem Projekt. "Ein bestimmtes Maß an Voyeurismus bereitet mir Probleme." Das Gefühl, zu stören, hätte er bei den Dienstabenden oder Ausbildungen nie gehabt, erzählt er. "Ich hatte eher das Gefühl, dass die Kameraden es gut fanden, wahrgenommen zu werden. Sie waren sehr freundlich und ungehemmt. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie mit Spaß bei der Sache sind. Es wurde viel gelacht", erzählt Schick.

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MOZ. Red. Bad Freienwalde - 15.08.2014 22:46 Uhr

MOZ. Red. Bad Freienwalde - 15.08.2014

Frisch gedruckt: Das Plakat wirbt für das Theaterstück mit Jens-Uwe Bogadtke.
Es feiert am 29. August Premiere.














"Freiwillig ist nur das Mitmachen"

Von Nadja Voigt

Zollbrücke (MOZ) "Die Feuerwehr ist da!" heißt es am 29. August bei der Premiere des neuen Stücks mit Jens-Uwe Bogadtke im Theater am Rand. "Es betrifft die Leute, die hier wohnen. Viele werden sich wiedererkennen", verspricht der Hauptdarsteller.

"Das Stück ist dicht dran am Ort", sagt Jens-Uwe Bogadtke. "Es ist eine wichtige Aufgabe, dass man das erwähnt." Seit zehn Jahren ist er, Jahrgang 1957, eng mit dem Theater am Rand verbunden. "Ein Glücksumstand", wie Bogadtke die Zusammenarbeit nennt. Auch deshalb wolle er etwas zurückgeben.

Seit 1990 hat er im Oderbruch ein Wochenendgrundstück und ist derzeit in den Stücken "Im Spinnhaus", "Mitten in Amerika", "Siddhartha", "Machwerk" und seinem eigenen Stück "Das Totenschiff" zu sehen. Mit "Die Feuerwehr ist da!" wird Bogadtke von Dorffest zu Dorffest tingeln. "Unsere Feuerprobe ist am 6. September auf dem Erntefest in Möglin." Er freue sich über die Zusammenarbeit mit Kenneth Anders vom Oderbruchpavillon, der die Idee zu dem Stück hatte. "Bis dahin lief die Feuerwehr an mir vorbei", gibt Jens-Uwe Bogadtke zu. Die letzte persönliche Berührung hatte der Schauspieler, der die Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" von 1979 bis 1982 besuchte, in der Grundschule beim Besuch eines Feuerwehrdepots. "Das fand ich sehr spannend. Wie alle kleinen Jungs. Und wie alles, was mit Sport zu tun hat", sagt Bogadtke. Diese Liebe fließt noch immer in sein Spiel ein. "Ich tobe am liebsten rum", sagt er lachend. Inwieweit das seine Rolle im neuen Stück "Die Feuerwehr ist da!" zulässt, ist noch nicht ganz klar.

Derzeit lernt der Hauptdarsteller seinen Text. "Dabei merke ich, wo Aktion passieren muss." Seit dieser Woche kann er die Rolle im Team besprechen. Mit Matthias Bremer, der die Regie führen wird. "Wir sind ein gutes Spielteam gewesen, kennen uns lange und ich freue mich nun auf sein Feedback", sagt Bogadtke. In dem Stück, dessen Entstehungsprozess ganz anders ist als der von anderen Theaterstücken, denkt der Protagonist über sein Leben nach und spricht mit einer fiktiven Frau vom Arbeitsamt. "Er redet auf die Feuerwehr-Spritze in der Mitte der Bühne ein und sich den Frust von der Seele", berichtet sein Darsteller. Reduziert wird auch das Bühnenbild: Stumme Feuerwehrleute dienen ihm als Spielpartner. "Damit es später überall umgesetzt werden kann", begründet er. Und am Ende des knapp einstündigen Stücks wird der Alarm ausgelöst.

Zehn Feuerwehren im Oderbruch, ein Kulturwissenschaftler, ein Fotograf und fünf Interviewer waren an einem Kulturprojekt beteiligt. Den Text hat Dramaturg Kenneth Anders aus Croustillier aus den Aussagen zusammengesetzt, die in Interviews mit über 50 Feuerwehrleuten in der Region gesammelt wurden. Entstanden ist so auch ein Fotoessay-Band mit den Fotografien von Stefan Schick aus Herrnhof. "Es ist wichtig, dass das erzählt wird", wertet Jens-Uwe Bogadtke. "Denn freiwillig ist an der Feuerwehr nur, mitzumachen. Der Rest ist Verpflichtung. Es ist wichtig, das unter die Leute zu bringen."

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MOZ. Red. Bad Freienwalde - 11.07.2014 04:59 Uhr

"Wie Teile eines Puzzles"

Von Nadja Voigt

MOZ Zehn Feuerwehren im Oderbruch, ein Kulturwissenschaftler, ein Fotograf und fünf Interviewer arbeiten derzeit an einem Kulturprojekt. "Die Feuerwehr ist da" wird am 29. August im Theater am Rand in Zollbrücke Premiere feiern. Über das Stück sprach Nadja Voigt mit Dramaturg Kenneth Anders.

Herr Anders, was erwartet die Zuschauer des Stückes, das später auf Dorffesten und Feuerwehrbällen gezeigt werden soll?

Es ist im Wesentlichen ein Ein-Mann-Stück und der Schauspieler Jens-Uwe Bogadtke soll es spielen. Der Text wird überwiegend aus den Aussagen zusammengesetzt, die wir in Interviews mit über 50 Feuerwehrleuten in der Region gesammelt haben. Fünf Interviewer waren unterwegs, haben sich unterhalten, mitgeschnitten, gemeinsam Textpassagen ausgewählt und diese verschriftlicht.

Was ist die dramaturgische Idee?

Erzählt wird die Geschichte des Kameraden Heiko Butzke, der arbeitslos geworden ist und einen Job in Westdeutschland annehmen soll. In dem Stück ringt er mit diesem Entschluss und führt sich noch einmal vor Augen, wie wichtig ihm sein Leben als Feuerwehrmann im Oderbruch ist. Hier sind die vielen Aussagen der befragten Kameraden eingeflossen. Das ging verblüffend gut: sie ließen sich wie von selbst zusammenfügen, als hätte da von vornherein eine Person gesprochen. Ich habe mich gefragt, was das bedeutet. Dass die Aussagen von über 50 Menschen in einer großen räumlichen Verteilung - von Reichenow bis Neutrebbin, von Neuranft bis Wriezen, von Neuenhagen bis Neulewin oder Falkenberg - so zusammenpassen, ist doch keine Selbstverständlichkeit.

Welchen Rückschluss ziehen Sie daraus?

Die Feuerwehrleute setzen sich mit zahlreichen Widersprüchen ihres Engagements auseinander - zum Beispiel mit der Tatsache, dass ihr Dienst freiwillig ist, aber der Erfüllung von kommunalen Pflichtaufgaben dient. Das Verhältnis zur Kommunalpolitik ist deshalb eine ständige Baustelle, die sie sehr genau beschreiben können. Sie greifen andere Meinungen auf und integrieren diese in ihre Perspektive, und sie schlagen einen Bogen von der Verantwortung für Leib und Leben in den Einsätzen bis zur zentralen Rolle in vielen Dorfgemeinschaften, bei den Festen und Veranstaltungen. Sie beziehen sich auf Erlebnisse und machen Geschichten daraus - lustige Anekdoten und traurige Erzählungen. Und die teilen sie miteinander.

Welche Perspektive ergibt sich für Sie?

Die kollektive Beschreibung ihrer Wirklichkeit unterscheidet die Feuerwehren von vielen anderen Akteuren im ländlichen Raum, die ja ebenso von den hiesigen Veränderungen betroffen sind, etwa von den demografischen Verschiebungen oder vom gewandelten Verhältnis des Staates zu seinen ländlichen Regionen.

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