Politische Bildung

Landschaftspolitik

Reden der neunten Klasse im Evangelischen Johanniter Gymnasium für den Ministerpräsidenten anlässlich des 275. Jahrestages der Trockenlegung des Oderbruchs.

Politische Bildung

 

Es war sehr erfrischend euch zuzuhören, welche Worte ihr dem Ministerpräsidenten – kurz MP – zum Festakt 275 Jahre Trockenlegung des Oderbruchs in den Mund gelegt habt. Alle Register und rhetorischen Formen politischer Verlautbarungen wurden gezogen: Die Gemeinschaft der Oderbrücher angesichts drohender Katastrophen wurde beschworen; ihre Leistungen zur Kultivierung der einst wilden Natur gewürdigt; ihnen Beistand für die kommenden Herausforderungen zugesichert; darauf hingewiesen, dass ein Festakt doch nicht der geeignete Anlass sei, konkrete Probleme zu besprechen, dass könne man doch später, bei einem Glas Besprechen; es wurden auch deutliche Worte gefunden, dass das Oderbruch zukünftig auf sich allein gestellt sein werde angesichts leerer Staatskassen; die Oderbrücher ihre Landschaft selber zu finanzieren haben; vom Staat nur mehr Spenden zu erwarten seien, statt klarer Finanzierungsstrategien. Aber auch vermittelnde Positionen wurden bezogen: Der Staat stehe weiter ohne Frage für den Hochwasserschutz und die Katastrophenhilfe ein, unterstütze die Entwässerung, beteilige sich am Erhalt von notwendigen Infrastrukturen und Fördere nachhaltige Regionalentwicklungen – vorausgesetzt die Oderbrücher beteiligen sich nach ihren Kräften an den Bemühungen um den Erhalt dieser einmaligen Kulturlandschaft.

Gerade in der Zusammenschau aller Redebeiträge dieser Doppelstunde ergab sich ein differenziertes Bild der politischen Verhältnisse, in denen sich die derzeitigen Auseinandersetzungen um die Zukunft des Oderbruchs abspielen. 

 

Rede des Ministerpräsidenten

Von Helena Gold

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Oderbrüchler,

ich bin heute hier, um mit Ihnen den 275. Jahrestag der Trockenlegung des Oderbruchs zu feiern.

Sie, die Bewohner dieser Region, angefangen mit den ersten Kolonisten, haben die Ideen Friedrichs des Zweiten umgesetzt und eine Landschaft geschaffen, die heute nicht mehr nur als Kornkammer oder Gemüsegarten der Hauptstadt gilt, sondern auch ein reizvolles Ziel für viele Touristen ist.

Dafür möchten wir uns bei Ihnen bedanken und Sie auch weiterhin unterstützen.

Allerdings ist diese Unterstützung sehr kostspielig und kann in Zukunft nicht mehr nur vom Staat übernommen werden.

Wenn wir das Oderbruch in seiner jetzigen Form erhalten wollen, müssen wir zusammenarbeiten. Jede Gemeinde wird einen Beitrag leisten, um die Entwässerung dauerhaft zu gewährleisten.

Ich blicke zuversichtlich in die Zukunft des Oderbruchs und freue mich auf unsere Zusammenarbeit!