Landschaftskunde für das Oderbruch.

Landschaft im Koffer

Der Koffer soll keine starren Vorgaben zur Landschaftskunde machen, sondern zum offenen und spielerischen Umgang mit dem eigenen Raum anregen. Er ist eher als eine kleine Forschungsstation zu verstehen, die bestimmte Elemente enthält, aber auch mit zusätzlichen Elementen bereichert werden kann.

Der Landschaftskoffer wurde an die Grundschulen in Neuenhagen, Altreetz, Neutrebbin und die Bad Freienwalder Grundschulen „Käthe Kollwitz“ und „Theodor Fontane“ sowie an das Oderlandmuseum in Bad Freienwalde übergeben.


Folgende Dinge haben wir dem Koffer beigefügt:

Kinderbuch: Das Kinderbruch bietet anhand des Landschaftspuzzles in erzählerischer Form eine Einführung in das Oderbruch. Unserer Erfahrung nach hilft es den Kindern vor allem in der Einführungsstunde, sich auf die Thematik einzulassen und sich auf die jeweils zu behandelnden Aspekte zu konzentrieren. Die Gestaltung und die Kombination mit dem (tatsächlich im Klassenraum vorhandenen) Puzzle sind auch als Motivation gedacht, die scheinbar vertraute Landschaft neu zu entdecken.

Landschaftspuzzle auf Sperrholzplatte: Das Puzzle ist in Form und Gestaltung mit dem Landschaftspuzzle im Kinderbuch identisch. Es bildet in schematisch reduzierter Form die wesentlichen natürlichen und kulturellen Landschaftsbausteine des Oderbruchs ab, ist also als Arbeitsmaterial immer wieder einsetzbar. Man kann es auf der Platte aus dem Koffer herausnehmen und flach ablegen, die Platte aber auch schräg in dem Koffer aufrichten, sodass der Deckel als Ständer funktioniert und das Puzzle in der ganzen Klasse gut zu sehen ist. Zu nutzen ist das Puzzle in vielen Varianten. Wir schlagen vor, es bei der Einführungsstunde gemeinsam mit dem Kinderbuch zu nutzen. Außerdem bietet sich die Verwendung des Puzzles im Rollenspiel im Deutschunterricht an, da die Kinder, wenn sie das jeweilige Puzzleteil, dass sie verkörpern sollen, in der Hand halten, leichter abstrahieren können. Schließlich empfehlen wir auch, mit Klebeband ausgeschnittenen Papierkarton auf die einzelnen Puzzleteile zu kleben, um die Puzzle gemeinschaftlich im Kunstunterricht zu bemalen und zu gestalten. Übrigens kann man das Puzzle auch gut auf dem Deckel des Koffers zusammenlegen, wo es durch die Ränder gefasst wird.

Sandsack (leer): Sandsäcke gehören zu den wichtigsten Utensilien im Hochwasserschutz. Viele Oderbrücher haben schon Sandsäcke gefüllt und verladen, sei es, um das eigene Haus zu schützen, sei es, um gemeinsam den Deich zu sichern. Anhand des Sandsacks im Koffer lassen sich Geschichten zusammentragen, die die Kinder oder ihre Verwandten im Oderbruch bereits erlebt haben. Vor allem dient er als Element zur Erläuterung der Funktionsweise des Deiches und der Probleme, die man mit Sandsäcken lösen kann (Qualm- und Sickerwasser sowie Gegendruck auf der Deichinnenseite). Diese Aspekte lassen sich sowohl im Rahmen der Einführungsstunde als auch im Rahmen der weiteren Sachkundestunden behandeln. Auch im Deutschunterricht ist der Sandsack ein geeigneter Gegenstand, um eine Sprache für landschaftliche Erfahrungen zu entwickeln. 

Zwei Seile: Die Seile werden in der Sachkundestunde zur Entstehung des Oderbruchs genutzt, um die östlichen und den westlichen Höhenzüge am Oderbruch anzudeuten, die zuvor anhand der Karte auf der Deckelinnenseite des Koffers veranschaulicht worden sind. Dabei ist das längere der beiden Seile für den östlichen Rand zu nutzen, da man hiermit noch eine Schlaufe für den Neuenhagener Sporn legen kann.

Holzperlen (15 dunkle, 21 helle): Mit den Holzperlen lässt sich in der Sachkundestunde zur Entstehung des Oderbruchs die Siedlungsgenese leicht nachvollziehen. Die dunklen Perlen stellen Fischerhäuser dar. Sie werden zu je fünf auf den leichten Erhebungen in Kreisen gelegt. Die hellen Perlen liegen dagegen in Reih und Glied als doppelreihiges Kolonistendorf zu (je sechs). Anschließend kann man noch weitere drei einzelne helle Perlen als Loose-Gehöfte auf die gewonnenen Ackerflächen legen.

Memory mit Bildern aus dem Oderbruch

Das Memory vereint acht querformatige Bildkarten zu den acht Puzzleteilen des Oderbruchs mit jeweils drei Elementen, die diesen Teilen zugeordnet werden können:

  • Höhen: Turm, Ansitz, Waldweg
  • Himmel: Flugdrachen, Kranich, Mäusebussarde
    Deich: Weidenbaum, Grenzstein, Angler
    Oder: Frachtkahn, Kormoran, Muschel
    Alte Oder: Kanu, Hecht, Biber
    Graben: Krautbagger, Schöpfwerk, Libelle
    Wiese: Schafe, Kuh, Storch
    Feld: Traktor, Rehe, Windrad   

Die Zuordnung ist teilweise variabel, obwohl die Zuordnung zu den Puzzleteilen als Zeichen auf den Karten mit angegeben wird. Teilweise kann man mit den Kindern auch über Zuordnungen sprechen, die über die Vorgegebene hinaus gehen, denn einige in der Landschaft vorkommenden Elemente, wie Vögel oder Rehe können auf verschiedenen Puzzleteilen vorkommen. Andere hingegen, wie Krautbagger, Waldweg und Grenzstein können nicht variabel zugeordnet werden. Das Memory kann gut im Fremdsprachenunterricht genutzt werden, außerdem aber auch in allen anderen Stunden, in denen sie als Anregung dienen, um verschiedene Landschaftsbestandteile zusammenzutragen, zu beschreiben und zu analysieren. Zahlreiche Spielideen sind ebenfalls mit dem Memory möglich (Mannschaften entsprechend der Puzzleteile, die „ihre“ Elemente sammeln und tauschen müssen oder die Geräusche nachbilden bzw. Bewegungen nachahmen müssen).

Reliefkarte des Oderbruchs: Die Reliefkarte ist in den Innendeckel des Koffers eingeklebt. Sehr gut lässt sich in dieser überhöhten Darstellung des ZALF Müncheberg (Leipnitz Zentrum für Agrarlandschaftsforschung) erkennen, welche besondere naturräumliche Situation das Oderbruch prägt. Man kann außerdem die eigenen Ortschaften lokalisieren und gemeinsam mit den Kindern nach Vergleichen suchen, zu denen die besondere Form des Oderbruchs anregt (Fußabdruck eines Riesen, Hase, Kuh etc.). Wir empfehlen den Einsatz vor allem in der Sachkundestunde und in Deutsch.

Gefärbter Sand (Blau, Grün, Orange): Der gefärbte Sand kann in der Sachkundestunde zur Entstehung des Oderbruchs (B1) genutzt werden, um auf ungefärbtem Sand den Verlauf der Oder und der Deiche, ggf. auch des trocken fallenden Landes zu demonstrieren. Seine Beschaffung ist recht aufwändig, er kann ebenso gut durch andere Materialien (Sonnenblumenkerne, Blumenerde) ersetzt werden.

Durchsichtige Behälter aus Kunststoff zum Verschließen: Im Zuge einer Spurensuche im Sachunterricht kann man den Kindern die Behälter aushändigen, um ganz bestimmte Dinge aus der Landschaft einzusammeln: eine Handvoll Auenlehmboden oder Schwemmsand, Blätter bestimmter Gehölze oder kleine Proben von Feldfrüchten etc.. Diese Suche kann auch als Hausaufgabe vergeben werden. Wenn es die Möglichkeit gibt, das Landschaftsmodell aus liegen zu lassen, sollten die gesammelten Elemente letztlich in diesem wie in einer kleinen Ausstellung platziert werden.

Drei Kunststoffflaschen mit Schraubdeckel: Oder, Alte Oder und Graben führen Wasser – aber das Wasser ist verschieden – zum Teil fließt es frei, zum Teil drängt es unterirdisch wieder nach oben und wird abgeführt. Um den Unterschied dieser drei Gewässerformen zu vermitteln, ist es sinnvoll, im Rahmen der Spurensuche Wasserproben aus Oder, Alter Oder und Graben zu entnehmen. Oftmals kann man das Wasser gut nach Färbung und Trübung vergleichen! Ebenfalls als Hausaufgabe geeignet, können drei Kinder die Flaschen gemeinsam mit den Eltern befüllen.